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Luther in Eisleben

„Mein Vaterland war Eisleben“

Die Lutherstadt Eisleben ist die Geburts- und Sterbestadt des großen Reformators Martin Luther.

Martin Luther, Öl auf Leinwand, 1693, Ausschnitt

Dr. Martin Luthers Eltern, Bildnis aus Luther`s Geburtshaus

Die Eltern Martin Luthers kamen im Jahre 1483 aus Möhra in Thüringen – dem Ruf des Kupfers folgend – in die Grafschaft Mansfeld. Hans Luder und dessen Ehefrau Margarethe, geb. Lindemann wollten sich in Mansfeld eine Existenz im Kupferbergbau aufbauen. Doch auf dem Weg dorthin waren sie für einige Monate bei Verwandten Margarethe Luthers in Eisleben, in einem Haus in der Langen Gasse, untergebracht. Dort wurde Martin Luther als erstes von neun Kindern am 10. November 1483 geboren.

Geburtshaus

Nur wenige Schritte entfernt, in der St. Petri-Pauli-Kirche, taufte man ihn am 11. November 1483 auf den Namen des Tagesheiligen Martin von Tours. Im darauffolgenden Frühjahr zog die junge Familie weiter nach Mansfeld. Der Vater stieg vom Berghauer zum Hüttenbesitzer auf und gehörte später auch zu den „Vierherren“, den Ratsherren von Mansfeld. Neueste Forschungen machen deutlich, dass die Familie hier zu angesehenem Wohlstand kam. Martin verbrachte seine Kindheit und Jugend in Mansfeld und besuchte dort schon im Alter von ca. fünf Jahren die Lateinschule.

Das Haus in Eisleben, in dem Martin Luther geboren wurde, stammte als typisches bürgerliches Wohnhaus aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahre 1689 wurde dieses Gebäude bei einem Stadtbrand fast völlig zerstört. Die Stadt Eisleben kaufte das Haus, ließ es restaurieren und richtete dann 1693 darin eine Gedenkstätte für Martin Luther ein. Diese war bereits damals ein öffentliches Museum für Lutherpilger und ist somit eine der ältesten Einrichtungen dieser Art im deutschsprachigen Raum.

In der Zeit von 2005 bis 2007 wurde das Geburtshaus Martin Luthers umfassend restauriert und die Ausstellung in den einzelnen Räumen unter 14 Themen neu konzipiert und gestaltet. Sie trägt den Titel: „Von daher bin ich – Martin Luther und Eisleben“. Der Überlieferung nach soll Martin Luther einmal gesagt haben: „Mein Vaterland war Eisleben.“

Die historischen Verhältnisse, prägten die Kindheit und Jugend Martin Luthers . Einen Schwerpunkt bilden dabei die Frömmigkeit und die besondere Spiritualität des Spätmittelalters.Ein bemerkenswertes Objekt ist ein Taufstein aus dem Jahr 1518. Er steht als Zeichen für die Bedeutung, die die Taufe für Martin Luther hatte. Sie war das wichtigstes Ereignis, das der Reformator mit Eisleben verband. In schwierigen Zeiten seines Lebens machte sich Luther immer wieder bewusst: „Ich bin getauft!“

Luther-Taufstein nach der Restaurierung in Jahr 2005

In der St. Petri-Pauli-Kirche steht heute der Taufstein, der aus den Resten des Originaltaufsteins Martin Luthers rekonstruiert wurde. Auf dem mittleren Schlussstein über dem Kirchenschiff befindet sich die Lutherrose, das Familienwappen der Luthers.

Bild der Lutherrose, eingearbeitet in dem mittleren Schlussstein über dem Kirchenschiff in der Petrikirche

Martin Luthers Erklärung dazu: Das erste sollte ein Kreuz sein – schwarz – im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht … Solch Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt … darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig … Und um solch ein Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste köstlichste Erz ist …“ 

annen

St. Annen, St. Annen war Augustinerkloster bis 1523

Heirat, Familie, häusliche Verhältnisse Luther und die ehemalige Nonne Katharina von Bora, die 1524 aus dem Kloster Nimschen geflohen war und seitdem in Wittenberg lebte, verlobten sich am 13. Juni 1525. Die Hochzeit fand am 27. Juni statt. Die Eheschließung war für Luther eine logische Konsequenz seiner Lehren, da er das Zölibat ablehnte, die Auflösung der Klöster verlangte und die Eheschließung nicht mehr als sakrales Sakrament verstand. Damit stieß er viele vor den Kopf. Doch Katharina war ihm in seinen Schwierigkeiten und den Depressionen eine große Hilfe. Durch Beherbergung von Studenten – die zahlreiche Aussprüche Luthers aufschrieben – beugte sie wirtschaftlichen Nöten vor. Luther hatte mit ihr sechs Kinder.

Dr. Martin Luther und seine Ehefrau Katharina von Bora, Bildnis aus dem Museum „Luthers Sterbehaus“

Sein Tod Martin Luther hielt sein Leben lang Kontakt zur Grafschaft Mansfeld. Er reiste mehrfach nach Eisleben. So sollte sich hier auch sein Lebensweg vollenden. Anlass seiner letzten Reise war die Bitte der Mansfelder Grafen, ihnen zu helfen, ihre Erbstreitigkeiten zu schlichten. Gesundheitlich schon schwer angeschlagen folgte Martin Luther im Februar des Jahres 1546 dieser Bitte und kam noch einmal für drei Wochen nach Eisleben. Er hielt seine letzten vier Predigten in der St. Andreaskirche, ordinierte dort noch zwei Pfarrer und unterzeichnete u. a. den Gründungsvertrag für eine „Fürnehme Lateinschule“ und den Schlichtungsvertrag für die Mansfelder Grafen Martin Luther starb am 18. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt. Seine letzten niedergeschriebenen Worte waren: „Wir sind Bettler, das ist wohl wahr!“ In der überfüllten St. Andreaskirche fand eine erste Trauerfeier statt. Martin Luther wurde dann nach Wittenberg überführt und dort in der Schlosskirche beigesetzt. Das Museum „Martin Luthers Sterbehaus“ richtete der preußischen Staat im 19. Jahrhundert als Gedenkstätte ein. Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt bewahrt das Museum heute als Ort des Gedenkens an Martin Luthers Tod. Seit 1996 gehören das Geburtshaus Martin Luthers und das Museum „Luthers Sterbehaus“ zum UNESCO-Welterbe.

Sein Vermächtnis Als Augustinermönch wurde er Theologe und Professor und wollte notwendige Reformen zunächst ohne Kirchenspaltung erreichen. Durch seine sprachliche Gabe und charismatische Persönlichkeit entfaltete er breite Wirkungen, die die mittelalterliche Alleinherrschaft des Katholizismus in Europa unwiderruflich beendeten und somit zur protestantischen Reformation führten. Luthers Bekenntnis folgen heute mehrere hundert Millionen Menschen. Seine Lutherbibel zählt bis heute zu den wichtigsten Bibelübersetzungen.

Quellen: Stiftung, Luther Gedenkstätten, Ausstellung Geburtshaus http://www.wikipedia.de/, Suchwort „Martin Luther“ Günter Schuchardt, „Martin Luther- Mönch-Prediger-Reformator“

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